Im Dezember 1945 wird durch Zufall eine aus 52 religiösen und philosophischen Schriften bestehende Textsammlung ausgegraben, die 1600 Jahre zuvor in einem Tonkrug versteckt worden war.
Ein Exemplar der Kodizes wurde 1945 am Fuße des Djebel al Tarif entdeckt: die meisten Papyrusbücher waren wie dieses in Leder gebunden.
 
Eine Gruppe von Bauern stößt unweit des Dorfes Nag Hammadi in Oberägypten auf eine echte Bibliothek in koptischer Sprache, also der Sprache, die von den ägyptischen Ur-Christen gesprochen wurde. Die Nachricht schlägt in den Kreisen der Geschichtswissenschaftler und Theologen wie eine Bombe ein.
 
In dem 1200 Seiten umfassenden Korpus, der heute im koptischen Museum in Kairo aufbewahrt wird, hat vor
  allem eine Schrift großes Aufsehen erregt: Das Evangelium nach Thomas, das ursprünglich den Titel "Die geheimen Herren-Worte des Thomas-Evangeliums" trug.  
     
 

55 Jahre nach dieser wunderbaren Entdeckung ist der Fund weiterhin Gegenstand von Polemiken, und die Untersuchung der Schriften führt immer wieder zu heftigem Meinungsstreit. Zahlreiche Artikel wurden bereits veröffentlicht: die Ansichten reichen von einer Interpretation aus der Sicht der Rosenkreuzer-Bewegung bis hin zur religiösen Omerta. Bis heute fragen sich die Wissenschaftler, welchen Einfluss diese Entdeckung auf unsere Gesellschaft schließlich haben wird.

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